Streitkultur

Über alles läßt sich streiten, über nichts auch.
© Dr. phil. Manfred Hinrich, (*1926)

Mal ehrlich, wir Frauen streiten doch sehr gerne, auch mal ohne irgendeinen Grund. Dabei werden wir auch mal laut (als ob das die Argumente bestärken würde) und holen garantiert längst Vergessenes wieder hervor.
Männer fürchten sich vor diesen Momenten und ziehen meist schnell den “Schwanz” ein. D.h.: Entweder sie drehen sich um und gehen oder sie geben Frauchen Recht, nur damit sie endlich still ist. Doch bringt sie das weiter?

Was ist der Grund für das unterschiedliche Streitverhalten der Geschlechter und wieso argumentieren Frauen immer mit Vegangenem (wieso tun Männer das eigentlich nie :P )??

(posted by Venus)

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18 Reaktionen zu “Streitkultur”

  1. Gravatar Paul

    Oooh ja. Das kenn ich auch schon… Ich verhalt mich dann meist wie oben beschrieben und flüchte mit eingekniffenen Schwanz. Wenn sie in soner Stimmung ist, kann Mann nicht gewinnen^^

    Aber sie weiß ja selbst, dass das nicht ganz astrein ist und beruhigt sich schnell wieder :)

    Btw, Mars, du hast Post ;)

  2. Gravatar Tom

    Das Dumme ist nur: Wenn Männer wie oben beschrieben den Schwanz einziehen, dann wirken sie aus Sicht der Frau schnell als unmännlich, was die Lage nicht unbedingt verbessert. Ich kann nur allen Männern empfehlen, auch mal ordentlich dagegen zu halten – vorzugsweise in Fällen, in denen fragwürdige Frauenlogik im Spiel ist.

  3. Gravatar Maniac

    Also ich kann manchmal auch recht nachtragend sein und die alten Kamellen wieder raus holen.

    Kann aber eigentlich ebenso gut auch mit Frauchen diskutieren und dagegen halten.

    Kommt aber eben immer auf das Thema und die “Siegaussichten” an… wenn es ein Thema ist, was wirklich nur durch Frauenlogik (die natürlich die einzig richtige ist) zu erklären ist, oder das bei Frauen nunmal “was ganz anderes” ist, dann gebe ich auch auf. Nach dem Motto “der Klügere gibt nach” oder eben “Du hast Recht und ich meine Ruhe”.

    Ansonsten kriegt meine Freundin dann auch schonmal zu hören, wenn sie mich zu Unrecht, ohne Grund oder nur weil sie schlechte Laune hat für irgendwas anmault. Bisher hat sie es dann meistens auch eingesehen und sich entschuldigt. Sowas passiert ja mal, dass man es am falschen auslässt.

  4. Gravatar Atatoerk

    Tja, da stehen sich wohl mal wieder zwei grundsätzlich unterscheidliche Lebensformen entgegen.
    Bei der Streitkultur zwischen Mann und Frau ist die völlig verschiedene Bewertung eines Streitthemas Anlass für so verschiedene Wahrnehmung.
    Das liegt begründet im erlernten Streitverwalten der beiden Geschlechter. Während Frauen von klein auf lernen sich untereinander auszutauschen und dabei ein sehr feines Gespür für “Gemeinheiten” entwickeln, sind wir Männer es eher gewohnt sich bei einem Streit “mal aufs Maul zu hauen und gut is´”.
    Wir Männer brauchen die gradlinige Struktur, es steht uns dafür auch offen, uns selbst nach einem Streit mit dem Gegenspieler wieder bestens zu vertragen.
    Frauen “tragen nach”, vergessen nicht so leicht.
    Und nun prallen diese beiden Streitkulturen aufeinander und völliges Chaos entsteht. “Mann” versteht die Welt nicht mehr: “Das mit dem Kaffee ans Bett bringen” hatten wir doch schon längst besprochen?
    Und “Frau” gibt zurück: “Darum ging es doch gar nicht, es ist was wichtiges in unserer Beziehung, wie Du mit mir umgehst”… “Mann”: “Was ist denn jetzt schon wieder??”

    Frauen kommen von “Innen”, Männer von “Aussen”, und da können die Beiden nicht so gut miteinander, wenn sie streiten. “Mann” denkt, “ich liebe sie doch, was soll dass?”, “Frau” sagt, “Du zeigst mir Deine Liebe nicht wie es mir wünsche.” “Mann”: “Aber ich bringe Dir doch den Kaffee ans Bett..?”

    Das Ganze kostet viel Übung um damit gut umzugehen.

  5. Gravatar Therese

    Ich kann mit zwei grundverschiedenen Streitpartnern aufwarten. Mein Ex stritt temperamentvoll, laut und unfair. Er war derjenige mit den alten Kamellen. Wenn er keine weiteren Argumente hatte, pflegte er zu sagen “Neulich erst, da hast du das und das gemacht”, konnte aber nix genaues erläutern, sondern schoss einfach wild drauf los in der Hoffnung von seinen Verfehlungen abzulenken. Dabei wollte ich meistens einfach nur mal Kritik üben, wie zB “Schatz, du hattest versprochen den Abwasch zu machen, jetzt steht er da seit 2 Tagen”. Er konnte nur sehr schwer zugeben, dass er was falsch gemacht hat.
    Er ist es von Familie her gewohnt, dass nur der Recht bekommt, der am lautesten brüllt, ich bin jedoch eine, die gern sachlich klärt. So sind wir öfters aufeinander geprallt, konnten uns aber irgendwie immer arrangieren.

    Mein jetziger Freund ist der Sachliche. Brüllen sieht er als äußerste Form der Aggression. Er ist eher der, der nachgibt, allerdings habe ich den Willen das nie auszunutzen, denn ich gebe selbst auch lieber nach, denn ich habe gelernt, dass es sinnlos ist mit jemandem zu streiten der völlig uneinsichtig und unnachgiebig ist. Und auf “Nein – Doch – Nein – Doch”-Gespräche verzichte ich lieber.
    Um auf die Frage zurück zu kommen: “Was ist der Grund für das unterschiedliche Streitverhalten?” – Hier zitiere ich meine Mama: Kind … so ist das eben, Jenseits der Alpen.
    Womit sie sagen will, dass das Temperament das Streitverhalten bestimmt.

  6. Gravatar Atatoerk

    @Therese. Den “Aufzählungstyp” kenne ich auch. Der sich irgendwann mal ungerecht behandelt fühlte und dann einfach um sich schießt.

    Es gibt eine gute Regel für Streitgespräche von Paaren: die Worte “nie” und “immer” sind verboten. Gegenrechnen ist verboten. Das ist die nicht so seltene Form der Streits, in dem man sich gegenseitig vorrechnet wer denn nun am meisten die Spülmaschine ausgeräumt, oder dem Müll raus gebracht hat.
    Diese zwei Verbote verändern schon viele Gespräche.

  7. Gravatar Therese

    Atatoerk: Das hatten wir öfters versucht, aber leider nicht durchhalten können. Das würde voraussetzen, dass beide gewillt sind fair zu streiten. Hat mein Ex von daheim leider nie gelernt. Sein Vater (so gern ich diesen auch hatte) hat in Streits munter mitgebrüllt. So kann niemand lernen wie man fair streitet. Und ich konnts in 5 Jahren gerade soweit bringen, dass er leise wurde, sobald ich ihn auf seine Brüllen aufmerksam gemacht habe (“Wenn du weiter brüllst, dann geh ich aus dem Zimmer” – und schon wars still). Danach konnten wir dann normal weiter diskutieren, aber dass es allein so weit kommt fand ich nie gut.

  8. Gravatar Atatoerk

    @Therese. Na ja, es sind ja auch nur Vorschläge. Das muss auch nicht gleich funktionieren.

  9. Gravatar David

    hmm, mein Vater ist ein unfairer, brüllender Streiter. Ich bin dagegen eher der der diskutiert – aber leider zu gnadenlos und spitzfindig, dass viele meiner Freunde echt manchmal ausrasten (zu recht).

    Aber, schlußendlich – streiten macht spaß. und es ist die kunst, sich danach immer noch auf die Schulter klopfen zu können.

    Wer Recht hat, muss auch streiten. ;)

  10. Gravatar loosy

    Was sagt ihr zu dem Ansatz, dass Frauen eher das große Ganze im Blick haben, also das Funktionieren der Beziehung jetzt und in Zukunft und das Beschützen und Sichern des von ihnen gebauten “Nests”, während Männer eher für den Augenblick leben, sich von Kleinigkeiten nicht aus der Ruhe bringen lassen und ihr Frauchen sowieso behalten wollen, egal was kommt?

  11. Gravatar Wu-Lan-Tong

    Muss ich mir nun Gedanken machen? Streite ich absolut Frauen-untypisch?

    Ich werde niemals laut, ganz im Gegenteil sogar. Ich werde sehr leise, oft auch zynisch und jeder der wenigen leisen Sätze ist spitz und scharf.
    Danach schweige ich und reagiere auf keinelei Provokation.

    Vergessen kann ich übrigens nie. Ich kann zwar verzeihen, aber in irgendeiner Schublade liegt alles noch rum.

  12. Gravatar Atatoerk

    Ich denke, wir Männer ziehen schnell einen Strich unter einen Streit (meistens), einfach weil es sich mit dem Streit selber erledigt hat. Aber @loosy beschreibt es schon ganz gut: Frauen haben einen anderen Blick auf Beziehung und Welt als wir Männer. Das ist weder gut noch schlecht. Es ist eben das Ergänzende was eine Partnerschaft ausmacht. Männer haben Stärken die Frauen nicht haben und umgekehrt. Das ist es, was mit dem Ying Yang gemeint ist.
    Im Respekt und der Achtung vor dem Anderen liegt das Fundament jeder Beziehung.

  13. Gravatar Crunchi

    Wir Frauen streiten wohl viel zu gerne und manchmal merken wir nicht einmal , was wir damjit alles anrichten können.
    Wenn Frauen nicht streiten können, sind sie krank :D

    Hier tun mir die Männer ein Stückweit wieder leid, denn sie können absolut nix dagegen tun^^

  14. Gravatar Bea

    Gut, dass Du das ansprichst. ich habe auch keine Ahnung, warum man so unterschiedlich streitet. Frauen wollen eben alles wieder gerade gerückt haben und Männer sehen das nicht.
    Mein Freund z.B. brüllt gerne rum und haut dann auch gerne ab. Ich will das ausdiskutieren, reagiere aber auf Geschreie mit Gegengeschrei..
    Furchtbar

  15. Gravatar Crunchi

    das ist ja das dumme. Einer von beiden geht der Diskussion meist aus dem Weg oder wird laut und dann hat das in dem Moment eh keinen Sinn.

  16. Gravatar David

    ha Bea, siehst du da ist wieder ein Unterschied – oben wurde gesagt wir machen normalerweise meist nen Strich unter nen Streit, und du sagst ihr wollt alles gerade gerückt haben. Im Prinzip machen also beide das gleiche, aber dann wieder doch ganz anders, oder? ;)

    Was wieder weiterführt zu den unterschiedlichen Wahrnehmungen. Wir sehen nur das grobe, dass was uns zum Ziel führt, ihr wohl eher alles drum herum.

    http://www.youtube.com/watch?v=Qehxjub5lyo

    btw, wir ham unsere neue Website jetz endlich fertig… :-)

  17. Gravatar Bea

    Ha, ha sehr schön. ich glaube es gibt immer nur einen part. Das scheint dann nicht geschlechtsspezifisch zu sein.

  18. Gravatar Crunchi

    Frauen sind einfach perfekt für das Streiten gemacht.. und warum wir immer wieder Themen hochholen die schon Monate/Jahre her sind? Weil wir nen ding anner Glocke haben und im Moment nichts anderes gegen euch verwenden können :D :D

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