Würde man…

…den Partner betrügen, wenn man wüßte, dass es nicht rauskommt?
Nun, ich bin der Meinung, dass der Mensch von Natur aus schlecht ist und nur von Sitten und Bräuchen im “Rahmen” gehalten wird.

Es scheint, als würden die Menschen geboren, andere und sich selber zu betrügen.
Luc de Clapiers Vauvenargues

Da stellt sich doch die Frage: Würden die gesellschaftlichen Schranken keine Rolle spielen und der Betrug nie ans Tageslicht gelangen…hätte der Mensch dann diese Scheu, den Partner zu betrügen?

Nichts mißfällt uns so sehr, wie betrogen zu werden. Deshalb ziehen wir auch eine bittere Wahrheit einer barmherzigen Illusion vor.
Sully Prudhomme

Ein weiterer Aspekt ist hier natürlich: Möchte man überhaupt die Wahrheit erfahren und unglücklich werden? Zu oft begnügt sich der Mensch ja lieber mit der Illusion bevor er das gewohnte zufriedene Leben aufgibt?

Ich verliere ja oft den Glauben an die Menschheit.
Was sagt ihr?
Würde man…?

(posted by Venus)

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15 Reaktionen zu “Würde man…”

  1. Gravatar Crunchi

    also naja ich denke schon, dass viele Menschen dann untreu werden würden, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Immerhin wüssten sie, es würde nie rauskommen und sie/er kann es von niemanden erfahren als von sich selbst.

  2. Gravatar Herr S.

    1. es muss heißen “den Partner” (1. Zeile).

    2. der Mensch ist nicht monogam – das ist wider seiner Natur.

  3. Gravatar Conny

    Also ich würde nie wieder *gg*

    Aber es fehlt noch ein Punkt, der für Frau wichtig wär. Auch wenn es nie rauskäme, würde Frau das Gefühl verlieren mit ihrem Partner über alles reden zu können. Der Verlust wäre mir zu hoch.

  4. Gravatar David

    mhmm, ich glaube ja normalerweise immer an das Gute im Menschen, aber da ich in letzter Zeit zu oft enttäuscht wurde muss ich wohl sagen dass ich denke dass viele “würden”.

    Aber es gibt immer ausnahmen! Ich persönlich würde nicht.
    :)

  5. Gravatar Therese

    Herr S.: Dass der Mensch nicht monogam ist bedeutet nicht automatisch, dass er ein Betrüger per Definition ist. Du stempelst ihn damit zu einem Lügner und Verräter.
    Würdest du?

  6. Gravatar Crunchi

    @Herr S. , bisschen arm, wenn man hier auf die Rechtschreibfehler ansprechen muss, findest nicht?! ^^ das ist nicht das Thema
    @David, ich glaube ich könnte es so auch nicht. Auch wenn ich wüsste, mein Partner würde nie davon Wind bekommen.. irgendwann würde das schlechte Gewissen mich erdrücken.

  7. Gravatar George Bernard Shaw

    Hallo,

    Frage ist doch, wovor habe ich Angst? Vor der Reaktion meines betrogenen Partners oder vor der Tatsache, gegen meine Prinzipien zu handeln?

    Ich würde nicht.

    George

  8. Gravatar Die Prinzessin!

    Meines Erachtens liegt es an der persönlichen Hemmschwelle jedes Einzelnen, ob oder ob nicht. Selbst mit der Gewissheit, dass es nie rauskommen würde, könnte ich meinem Spiegelbild nicht mehr in die Augen sehen, wenn ich fremdgegangen wäre.

    Wer in der Lage ist fremdzugehen, der sollte auch dazu stehen. *räusper, nettes Wortspiel* :-)

    Wenn jemand in einer Beziehung fremdgeht, läuft wohl irgendwas in der Beziehung nicht rund, denn sonst kommt man doch gar nicht auf die Idee oder?

  9. Gravatar Man in Metropolis

    Die Chance das etwas raus kommt ist immer da. Und trotzdem werden wir uns alle gegenseitig weiter betrügen, weil ich alle glauben, das es nicht rauskommt.

    Ist wie mit dem Lügen. Ein Lügner glaubt auch nicht erwischt zu werden. Sonst würde er nicht lügen. Und selbst wenn er erwischt wird. Er tut es wieder.

  10. Gravatar Therese

    Liebe und Vertrauen wird ja sowieso überbewertet. Nur weil eine Frau sagt “Ich liebe dich” heisst es noch lange nicht, dass man als Mann hier eine Verantwortung übernehmen muss. Die ist ja schließlich selbst schuld, keiner zwingt sie ihr Herz an einen Mann zu hängen und sich der Einbildung hinzugeben er würde ein Leben lang nur ihren Arsch anfassen.
    Ich hab da echtes Verständnis, denn ein Mann ist von jeher verantwortlich für das Fortbestehen der menschlichen Rasse. Dass er seinen Lebenssaft also nicht nur an eine Frau weitergibt, die nur alle 9 Monate trächtig wird – und selbst das ist mit der Eigenbestimmung heutzutage noch eine offene Frage – sondern eben an so viele wie möglich, finde ich äußerst klug und vorausschauend.
    Ich warte gern daheim auf meinen Liebsten, um ihn nach getaner Evolutionsarbeit zu bewirten und ihm die Pantöffelchen zu bringen.
    Und natürlich gehört es zu meinen Aufgaben sein Heimchen sauber zu halten, denn er ist der Schöpfer unserer zukünftigen Könige.

    ahja … bevor ichs vergess: \ironie

  11. Gravatar Atatoerk

    Also Fremdgehen hat heute schon mal gar nichts mit Evolutionsarbeit zu tun. Auch nicht mit dem Erhalt der Art. Ich kenne jedenfalls keinen Mann, der Fremdgeht um Kinder zu zeugen.
    Warum also? Eine Frage ist stets: wie gut klappt die Offenheit im Bezug auf der die Sexualität in der Partnerschaft? Wie gut kenne ich mich eigentlich selber mit meinen sexuellen Wünschen? Und traue ich mich dann auch noch, diese auszusprechen? Und: was mache ich, wenn mein Partner diese ablehnt?

    Männer haben sicher eine geringere Hemmschwelle im Bezug auf Fremdgehen, es hängt meistens eher nur der “kleine Kopf” dran, und nicht das Herz. Und entsprechend wichtig ist es dann auch für sie (also eher weniger). Ich sage nur “Miteinander schlafen ja: frühstücken nein.”

  12. Gravatar Therese

    Atatoerk: Da hab ich doch extra ein Habe-Ironie-Fertig-Zeichen gesetzt und du missverstehst mich dennoch. Tztz.
    Wenn ein Mann tatsächlich fremd geht um Evolutionsarbeit zu leisten, dann würd mich das extremst verwundern. Heutzutage kannst du da ja nicht so einfach abhauen – jedenfalls nicht bevor du eine Blanko-Einzugsermächtigung hinterlegt hast.
    Ich glaube auch ehrlich nicht, dass es meistens daran liegt, dass man(n) mit seiner Sexualität und den Wünschen diesbzgl nicht im Reinen ist, sondern dass er einfach nur keine Lust hat bei einem Blümchen zu bleiben, wo es doch soviele andere auch gibt die begattet werden wollen.
    Fremdgehen ist für mich ein Eingestehen von Schwäche. Der Fremdgehende (m/w) ist nicht fähig dem Partner gegenüber ehrlich zu sein und mit Liebe kann das auch nichts zu tun haben. Denn er weiß sicher ganz genau, wenn er gesteht mit anderen Frauen Sex haben zu wollen, dann kann er die eine Permanente streichen oder aber sie fordert das gleiche Recht ein, was er meist nicht verträgt.

  13. Gravatar Atatoerk

    @Therese: Ich tue mir immer schwer das Wort “Schwäche” im Zusammenhang mit einer, sagen wir, sozial inkompatiblem Reaktion zu verwenden (weißt schon, Polarität und so). Wer andere als Schwach bezeichnet, vermutet sich stets Stark. Und da habe ich festgestellt, dass ich schon einige Male daneben gelegen habe.
    Und dennoch: ich bin der Meinung, dass es in vielen Beziehung deshalb zum Fremdgehen kommt, weil einer, oder beide Partner nicht die Fähigkeit haben ihre sexuellen Wünsche zu formulieren.
    Wenn Paare das haben (auch nach Jahren der Beziehung), dann kann das so richtig wachsen. Und dann ist Fremdgehen auch nicht mehr interessant.

    Und das mit dem “einen Blümchen”… na, das unterstellt ja, dass Männer der Beziehung nicht so viel Bedeutung beimessen. Dem möchte ich doch widersprechen.

  14. Gravatar Therese

    Atatoerk: Du magst recht haben, wenn ich jemanden schwach nenne, dann erhebe ich mich damit auf den Status des Stärkeren, wenns auch wenig sein mag.
    Nehmen wir einmal an, du hast auch recht in dem Punkt, wer fremd geht kann seine sexuellen Wünsche nicht äußern – oder darf nicht, oder es wird nicht erfüllt oder was auch immer. Dann ist es noch immer keine Entschuldigung fremd zu gehen. Wenn es in der Beziehung keine sexuelle Erfüllung gibt und dies aber als maßgeblich angesehen wird, dann muss man sich trennen und eigene Wege gehen. Den Partner zu hintergehen und zu verletzen kann mit nichts begründet werden, das in meinen Augen Akzeptanz finden würde.
    Eine Beziehung zu beenden, beweist immer Mut und auch Stärke und nachdem ich ausschließe meinen Partner jemals absichtlich zu betrügen, habe ich auch keine Probleme damit mich in diesem Punkt als stärker zu empfinden.

  15. Gravatar Atatoerk

    Ich habe nicht nach einer Entschuldigung gesucht, sondern stelle lediglich fest, dass viele Dinge dann doch nicht so einfach sind wie man es gerne haben möchte. Grundsätzlich ist Partnerschaft immer auch Beziehungsarbeit. Das kostet Kraft und ist manchmal auch Schmerzhaft; ich kann ja nicht nur fordern, sondern bin stets dabei Kompromisse zu formulieren.
    Wenn die erste Verliebtheit nachläßt und die schmutzige Zahnbürste zum Anstoss gerät, geht die Kompormisswelt los.
    Und wenn Paare gegenseitig Dinge “durchgehen” lassen, dann stauen sich diese im Laufe der Zeit immer mehr an bis man hilflos vor der Berg der unausgesprochenen Wünsche steht. Und dann wird es oft so schwer dranzugehen, dass viele sich lieber trennen anstatt den Berg abzutragen.
    Und das passiert eben auch häufig im Bereich Sexualität. Am Anfang klappt alles prima, dann aber fährt sich etwas ein und die Langeweile macht sich breit. Ich kenne nicht sonderlich viele Menschen, die auch nach längerer Partnerschaft offen untereinander über ihre sexuellen Wünsche sprechen und diese umsetzen.
    Nehmen wir noch das gar zu männliche “Ich-bin-gekommen-wie-war-es-für-Dich” dazu, dann ist sehr bald die Luft aus der Beziehung, zumindest im Sexuellen.
    Wenn ein Partner den Anderen hintergeht, dann stellt sich mir erst die Frage, was diesem in der Partnerschaft fehlt. Und das ist fast immer ein Thema von Beiden.
    Ansonsten stimme ich Dir zu, dass Vertrauensbruch nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf.

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